Fachdialog Betrieb/Wartung in Hamburg: Positionierung der Offshore-Windenergie am nationalen und internationalen Markt im Bereich Betrieb und Wartung

  • Impulsgeber und Veranstalter des Fachdialogs

  • Entstehung des Graphic Recording

  • Graphic Recording zur Veranstaltung

In einem Fachdialog diskutierten am 27. April in Hamburg  rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den aktuellen Stand der Wertschöpfung, die Zukunftsperspektiven und die Herausforderungen insbesondere im Bereich Betrieb und Wartung der Offshore-Windenergie. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Projekts „Gemeinsam für die Maritime Wirtschaft und die Offshore-Windindustrie“ durchgeführt und durch die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE zusammen mit ihren Projektpartnern, der Gesellschaft für Maritime Technik e.V. und der Geschäftsstelle des Nationalen Masterplans Maritime Technologien organisiert.

Betrachtet wurden sowohl die Positionierung am Heimatmarkt wie auch die Chancen auf Auslandsmärkten. Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, und Dr. Anja Stenger, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, begrüßten die Teilnehmer. Kuhbier verwies auf die aktuellen Rahmenbedingungen für die Offshore-Windenergie und die Relevanz der aktuellen Ausschreibungsergebnisse. Zukünftig müssten die Anlagen noch kostengünstiger – jedoch nicht billig – betrieben und gewartet werden. Der zunehmende Kostendruck dürfe sich dabei aber auf keinen Fall auf die Sicherheit für Mensch, Umwelt und Maschine sowie die Qualität der Arbeiten auswirken. Kleine und mittelständische Unternehmen aus Deutschland seien durch ihre Erfahrungswerte in der Lage diesen Kompromiss mit Unterstützung durch Politik und Industrie hervorragend zu bewältigen.

Stenger bedankte sich bei den Veranstaltern für die Durchführung des Fachdialogs in dem immer wichtiger werdenden Themenfelds Betrieb und Wartung. Die Bewältigung von Herausforderungen sei nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit aller in diesem Sektor tätigen Akteure zu gewährleisten. Das Bundeswirtschaftsministerium begrüße somit die wertvolle Arbeit der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, diesen Vernetzungsprozess zusammen mit seinen Partnern kontinuierlich voranzutreiben und unterstütze  deshalb gerne das Projekt „Gemeinsam für die Maritime Wirtschaft und die Offshore-Windindustrie“. Die Offshore-Windenergie sei zudem ein bedeutender Zukunftsmarkt und ein wichtiger Baustein, um die in der Maritimen Agenda 2025 festgelegten Maßnahmen für eine erfolgreiche Energiewende umzusetzen. Bei der Digitalisierung, welche auch auf der 10. Nationalen Maritimen Konferenz am 04. April in Hamburg ein Schwerpunktthema gewesen ist, sei die Offshore-Windindustrie in einigen Bereichen schon weit vorangeschritten, so Stenger. Aus diesen Gründen wird das Bundeswirtschaftsministerium die Offshore-Windindustrie weiterhin gerne unterstützen und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Aus den anschließenden Vorträgen und Diskussionen konnten folgende Herausforderungen erkannt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden:

Der Kostendruck im Bereich Betrieb und Wartung hat durch die Einführung des Ausschreibungsmodells zugenommen. Es muss somit darauf geachtet werden, dass Dienstleistungen zwar günstig, aber keinesfalls billig angeboten werden. Entsprechende Qualitätsstandards sowie der bestmögliche Schutz der Mitarbeiter vor Unfällen müssen gewährleitet sein. KMU können sich durch eine gezieltere Außenwerbung stärken, indem sie sich auf Messen, Konferenzen und Firmenportale präsentieren und miteinander vernetzen. Durch die Bildung von Partnerschaften kann Know-how gebündelt werden. Auch Ausschreibungsportale werden bedeutender. Die Unternehmen müssen sich frühzeitig über den derzeitigen Stand und den zukünftigen Bedarf an Technologien informieren sowie innovative technische Lösungen rechtzeitig schaffen. Doppelungen in der Forschung und Entwicklung müssen dabei unbedingt vermieden werden. Hilfreich wäre hier eine umfangreiche zur Verfügung gestellte Marktanalyse für den Bereich Betrieb und Wartung, z.B. im Rahmen einer Studie.

Auch die Schaffung von geeigneten Testfeldern für bedeutende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben könnte die Technologieentwicklung unterstützen. Hier ist die Gesetzgebung aufgerufen, die Genehmigungsverfahren für Testfeldanlagen so anzupassen, dass diese zukünftig in ausreichender Anzahl zeitnahe zur Verfügung stehen können.

Ausländische Unternehmen können oft einfacher in den deutschen Markt eintreten als deutsche Unternehmen in Auslandsmärkte, da dort die lokale Wertschöpfung stark von der Politik und Gesetzgebung unterstützt wird. Es wurde angeregt, diesen Fokus in Deutschland zu verstärken und politisch zu flankieren. Auch die Etablierung von international wirkenden Standards kann bei der internationalen Zusammenarbeit hilfreich sein.

Es besteht außerdem erhöhter Bedarf an technologischen Lösungen zur Aufbereitung und Nutzung der zur Verfügung stehenden Daten und Informationen. Digitalisierungsprozesse werden auch in der Offshore-Windenergie voranschreiten. Gerade in der maritimen Logistik muss der Digitalisierungsprozesse weiter ausgebaut und optimiert werden.

 Die Ergebnisse wurden über die gesamte Veranstaltungsdauer grafisch festgehalten und können auch der Grafik entnommen werden.

 

Die Grafik veranschaulicht die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Fachdialog.

Im linken Teil („Aktuelle Partizipation“) sind die Ergebnisse und Aussagen aus der 1. Session „Wie partizipieren Unternehmen am derzeitigen Offshore-Windenergie Markt im Bereich Betrieb und Wartung“ dargestellt, im rechten Teil  („Lessons learned, Andere Industrien, Zukunftschancen“) die Kernaussagen aus der 2. Session mit dem Schwerpunkt „Lessons learned aus anderen Industrien und Märkten sowie Zukunftschancen der Offshore-Windindustrie“.

Die einzelnen Aussagen zu den Impulsvorträgen sind durch die unterschiedliche Farbgebung voneinander unterschieden.