Pressemitteilung I Offshore-Ausschreibung ohne Gebote: Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE fordert Kurswechsel – Einführung von Differenzverträgen schnellstmöglich notwendig
Berlin, dem 06.08.2025 I Mit dem völligen Ausbleiben von Geboten für die zentral voruntersuchten Offshore-Wind-Flächen N-10.1 und N-10.2, die bis zum 1. August 2025 bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden konnten, ist eingetreten, wovor viele Expert:innen seit Jahren warnten. Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE bewertet dieses Ergebnis als deutliches Alarmsignal für die deutsche Offshore-Windpolitik.
„Das laute Schweigen des Marktes ist ein klares Zeichen gegen das aktuelle Ausschreibungsdesign. Ein ‚Weiter so‘ ist damit vom Tisch“, erklärt Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE. „Jetzt ist die Politik gefordert. Durch eine grundlegende Reform des Ausschreibungsdesigns inklusive der Einführung zweiseitiger Differenzverträge (CfDs) für zumindest Teile der Flächen können die Finanzierungskosten des Offshore-Ausbaus drastisch gesenkt werden. Die bestehende Zweiteilung des deutschen Ausschreibungsdesigns erlaubt dabei prinzipiell unterschiedliche Erlösstrukturen.“
Bereits die Ausschreibung im Juni 2025 für die Fläche N-9.4 machte die strukturellen Schwächen des aktuellen Designs deutlich: Lediglich zwei Bieter nahmen teil, und der Zuschlagswert lag mit 180.000 Euro pro Megawatt mehr als 80 Prozent unter dem Niveau von 2023.
Eine von der Stiftung in Auftrag gegebene Studie zu den Effekten der ungedeckelten Gebotskomponente im aktuellen Ausschreibungsdesign hat diese Entwicklung bereits im Frühjahr prognostiziert und mit belastbaren Zahlen untermauert: Die Kombination aus ungedeckelter Gebotskomponente, einer starken Inflationsdynamik durch gestörte Lieferketten und erheblich gestiegenen Kapitalkosten führen hierbei zu fehlender wirtschaftlicher Planungssicherheit und somit zu massiven Investitionsrisiken für die Projektentwickler. Deutschland droht in dieser Situation, seine Offshore-Ausbauziele aus dem Blick zu verlieren.
Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE fordert eine zügige Reform des Ausschreibungsmodells, um Investitionssicherheit zu gewährleisten, den Wettbewerb zu erhalten und die Offshore-Ausbauziele verlässlich zu erreichen.
Konkret gehören dazu: die Einführung zweiseitiger Differenzverträge (CfDs) zur finanziellen Absicherung und Senkung der Stromgestehungskosten, die Begrenzung des Ausschreibungsvolumens pro Bieter zur Sicherung eines vielfältigen Marktumfelds sowie präzise, realistische Präqualifikationen zur Stärkung nachhaltiger Projektentwicklung.
>Zur Bekanntgabe der Bundesnetzagentur