Arbeitskräfteengpässe könnten die Umsetzung von Klimaschutz und Klimaanpassung hemmen - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2025
Die ökologische Transformation stellt nicht nur eine zentrale Herausforderung für Klimapolitik, Energieversorgung und Infrastruktur dar, sondern greift tief in die Strukturen des Arbeitsmarkts ein. Die achte Welle der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen (QuBe-Projekt) zeigt eindrücklich: Die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sowie die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels erzeugen einen substantiellen zusätzlichen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, insbesondere in ohnehin bereits angespannten Berufssegmenten wie dem Baugewerbe, der Energie- und Elektrotechnik oder der Land- und Forstwirtschaft.
Die Studie analysiert differenziert die zu erwartenden Effekte von Energiewende, Klimafolgekosten und Anpassungsmaßnahmen auf Bruttowertschöpfung, Erwerbstätigkeit und berufsspezifische Suchdauern bis zum Jahr 2040. Ausgehend von fundierten Modellannahmen, etwa zur Verbreitung von Wärmepumpen, zur Zahl elektrischer Fahrzeuge oder zum verzögerten Ausbau der Windenergie, wird ein realistisches Transformationsszenario entwickelt, das die Wechselwirkungen zwischen technologischer Umstellung, demografischem Wandel und ökonomischen Zielkonflikten sichtbar macht.
Besonders brisant ist die Prognose zunehmender Engpässe in Berufen, die für die Umsetzung der ökologischen Transformation systemrelevant sind. Trotz wachsender Nachfrage droht durch Fachkräftemangel, altersbedingte Abgänge und strukturellen Wandel eine Unterversorgung: ein Befund, der auch die volkswirtschaftliche Tragfähigkeit langfristiger Klimaschutzstrategien berührt. Die Studie liefert damit eine empirisch belastbare Grundlage für arbeitsmarktpolitische Steuerung, Bildungsplanung und Fachkräftesicherung im Kontext der klimapolitischen Jahrhundertaufgabe.