Neue Studie warnt vor massiven Risiken des aktuellen Ausschreibungsdesigns für Offshore-Windenergie
Eine aktuelle Studie der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE zeigt die erheblichen Risiken des derzeitigen Ausschreibungsdesigns für Offshore-Windparks in Deutschland auf und unterlegt diese erstmalig mit Zahlen. Die von enervis energy advisors durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Modell zur Vergabe von Offshore-Windflächen langfristig deutlich negative wirtschaftliche und energiepolitische Folgen haben könnte.
Forderung nach Anpassung des Ausschreibungsmodells
Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE fordert entsprechend eine Überarbeitung, um die wirtschaftlichen und energiepolitischen Risiken zu minimieren und durch die richtigen regulatorischen Impulse kontinuierliches Wachstum und nachhaltige Wertschöpfung des Sektors zu ermöglichen.
„Die Ergebnisse der Analyse müssen als Aufforderung an die kommende Bundesregierung verstanden werden, hier endlich den Kurs zu korrigieren”, so Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE. „Die Energiewende darf nicht durch die Fixierung auf eine kurzfristige Einnahmenmaximierung gefährdet und der klare Blick auf die komplexen Marktrisiken und -zusammenhänge durch die hohen Gebotssummen der vergangenen zwei Jahre getrübt werden. Die Politik muss die langfristigen und vielfältigen Auswirkungen des Ausschreibungsdesigns stärker in den Blick nehmen und Rahmenbedingungen schaffen, die sowohl Investitionssicherheit, Wettbewerb als auch stabile Strompreise gewährleisten.
Über die Studie
Die Analyse wurde von der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE in Auftrag gegeben und von enervis energy partners durchgeführt. Sie wurde im Rahmen des F&E-Projektes „Grüner Wasserstoff aus Offshore Windenergie 2“ durch das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz finanziert. Der Auftrag der Stiftung zur unabhängigen Studie spiegelt dabei unter anderem die Aufforderung der Europäischen Kommission an die Mitgliedstaaten wider (Wind Power Package, Oktober 2023), die Auswirkungen der ungedeckelten Gebotskomponente auf die Entwicklung der Offshore-Windenergie zu analysieren. Eine entsprechend dezidierte Analyse für Deutschland fehlte bisher.
Über die Stiftung Offshore-Windenergie
Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE wurde 2005 zur Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes durch eine verbesserte Erforschung und Entwicklung der Windenergie auf See gegründet. Sie hat sich als ein überparteilicher, überregionaler und sektorenübergreifender Thinktank zur Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland und Europa etabliert. Die Stiftung ist Kommunikationsplattform für Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung, dient dem Wissensaustausch und versteht sich als Ideengeber und Multiplikator. Im Stiftungskuratorium sind sowohl wichtige Bundes- und Landministerien für den Offshore-Wind-Bereich wie auch Betreiber, Hersteller, Übertragungsnetzbetreiber, Zulieferer, Banken und Versicherungen vertreten.